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Jobs to Be Done in der Praxis – ein Erfahrungsbericht aus einem Produktteam

Die Theorie ist das eine. Aber was fängt man mit dem theoretischen Wissen über Jobs to Be Done schließlich an, wenn man als Produktteam nicht bei Null auf der grünen Wiese beginnen kann, sondern sich mitten in der Entwicklung einer umfangreichen, komplexen und auch bereits erfolgreichen Lösung wie der Social-Intranet-Suite Linchpin befindet? Kann ein Team vom JTBD-Konzept auch in so einem Szenario profitieren? Und inwiefern?

Katja Weingärtner, UX-Designerin bei //SEIBERT/MEDIA in Wiesbaden, hat ihre praktischen Erfahrungen in einem kompakten Vortrag geteilt und darin diese Aspekte aufgegriffen:

  • welche Maßnahmen sich sinnvoll in eine laufende Produktentwicklung einbinden lassen
  • wie erste Schritte aussehen können, um mithilfe von JTBD-Prinzipien mehr Kundennähe zu erreichen
  • wann User-Stories aus dem agilen Werkzeugkasten und wann Job-Stories vorteilhaft sind

Hier ist die Aufzeichnung des rund 25-minütigen Vortrags mit einem Blick hinter die Kulissen eines Produktentwicklungsteams und einer Ermutigung, Job-Interviews zu führen:

Das Video gibts hier

 

Experteninterview mit dem Digitalisierungsblog

Experteninterview mit dem Digitalisierungsblog zum Thema Jobs to Be Done am 7.11.2017

Hallo Eckhart, vielen Dank für die Teilnahme im Experteninterview. Wir haben uns im Heimathafen Wiesbaden beim Donnerstalk kennengelernt. Du hast über den, zumindest im deutschsprachigen Raum, noch nicht sehr weit verbreiteten Denkansatz von Jobs to Be Done (JTBD) gesprochen. Das war sehr spannend. Weiterlesen

 

Gastartikel für //SEIBERT/MEDIA: Jobs to Be Done – Auf neue Weise über Märkte nachdenken

Genauso, wie Jobs to Be Done die Denkweise über Bedürfnisse („zu erledigende Aufgaben“) und Käufe („Beauftragungen“) ändert, so ändert diese Theorie auch die Art und Weise, wie wir über Märkte nachdenken können. Jahrzehntelang haben wir beigebracht bekommen, unsere potenziellen Kunden als Zielgruppe zu definieren und Märkte in möglichst homogene Segmente aufzuteilen, um diese adressierbar zu machen. Weiterlesen (externer Link)

Gastartikel für //SEIBERT/MEDIA: Jobs to Be Done – Die Metapher, die alles ändert

Denkt man an Innovationen, so denkt man meist zuallererst an Technologie, Produkte, Dienstleistungen, Marken, vielleicht noch an neue Geschäftsmodelle. Meist denkt man aber nicht zuallererst an den Fortschritt, den Menschen erzielen wollen, und die Möglichkeit, Menschen ihr Ringen um Fortschritt zu erleichtern. Doch „Innovationen“ taugen nichts, wenn man mit ihnen nicht eine wesentliche Verbesserung erreicht. Weiterlesen (externer Link)

Gastbeitrag bei Netz98 zum Thema „Jobs To Be Done im E-Commerce“

Jobs To Be Done im E-Commerce: Besser verstehen, was die Kunden wollen

„Mit welcher Aufgabe beauftragen Sie meinen Onlineshop?“: Mit dieser einfachen, aber ungewöhnlichen Frage ist es möglich, Kundenbedürfnisse richtig erkennen und beschreiben zu können. Hinter dem Ansatz steckt die Jobs To Be Done-Theorie, mit deren Hilfe User Stories um Kauf-Motive und Umstände erweitert werden können.

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Interne Nebenwirkungen von Jobs to Be Done

Das Workshop-Nachgespräch mit einem Kunden hat ein paar unerwartete positive Nebeneffekte der Anwendung von Jobs to Be Done zum Vorschein gebracht. Auch bei einem innovativen und für neue Sichtweisen und Methoden aufgeschlossenen Unternehmen, wie mein Kunde eines ist, ist die Umsetzung neuer Vorgehensweisen kein Selbstläufer- sollten sie auch noch so viel Sinn machen. Deshalb war es für mich umso erfreulicher zu hören, mit welcher Konsequenz die Ideen aus dem Workshop eingesetzt und welche Vorteile schon jetzt – 4 Wochen danach – sichtbar wurden.

Die Ausgangslage: 11 Mitarbeiter aus zwei Teams mit heterogenen Rollen (Product Owner, UX, Entwickler, Consultants und Marketing) wurden in den Grundlagen und JTBD-Interviews geschult. Die Mitarbeiter haben sich freiwillig für das Training gemeldet. Zwei „Change Champions“ haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Jobs to Be Done-Theorie intern voranzutreiben, entsprechend der Vorgehensweise: neue Methoden anwenden – Dinge besser machen – Akzeptanz gewinnen.

Eine Reihe von Consultants, die User eines bislang nur intern angewendeten Produktes waren, wurden mit Jobs to Be Done-Interviews befragt, um Hinweise zu bekommen, wie es verbessert werden kann. Als Resultat wurden nicht nur neue Erkenntnisse zur Produktnutzung gewonnen, sondern auch folgende positive Nebenwirkungen erzielt:

  • Konversation auf einem höheren Niveau und nicht nur technisch, wie meist bisher
  • Ideen für neue Use Cases durch das Verstehen der Ursächlichkeit von Handlungen
  • Wahrnehmung unterschiedlicher Wertigkeiten des Produktes, inkl. positiven Feedbacks, statt meist Problemen, Bugs, Defizite
  • „Endlich werden wir gehört“-Reaktion. Stakeholder fühlten sich mehr gewertschätzt
  • User in den Mittelpunkt stellen und eigenes Selbstverständnis zurücknehmen
  • Strukturiertes Auswerten der Interviews schafft hochwertige Informationen und mehr interne Glaubwürdigkeit
  • Bessere interne Zusammenarbeit durch ein besseres Verständnis im Geiste einer gegenseitigen Beauftragung.
  • Sensibilisierung für Emotionen der internen User.

Mehr zum JTBD-Workshop

Die Kraft der „Beauftragen“-Metapher

Die Jobs to Be Done-Theorie benutzt eine Reihe von Metaphern, um das ihr zu Grunde liegende Innovations-Paradigma zu erklären und das Selbstverständnis einer Unternehmung nachhaltig zu verändern. Der Metapher der „Beauftragung“ kommt hierbei m. E. eine besondere Bedeutung zu. Wenn wir von einem Kunden „beauftragt“ werden, heißt das, dass von uns nicht einfach nur gekauft wird, sondern, dass von unserem Produkt, unserer Dienstleistung oder unserer Marke, erwartet wird, dass wir den Job(s) (bzw. die Aufgabe(n)) erledigen, für die wir beauftragt wurden. Dies kann bedeuten, dass die Beauftragung wesentlich weiter geht und wesentlich höhere Erwartung beinhaltet, als dies unserem momentanen Verständnis entspricht. Wenn wir holistisch agieren wollen, dann sollten wir die Erwartung der Kunden genausten verstehen und nicht nur unsere Produkten und Dienstleistungen entsprechend anpassen, sondern das Unternehmen um den Job herum „integrieren“. Ein Werkzeug, um Kunden-„Jobs“ herauszufinden, sind Jobs to Be Done-Interviews, die z. B. mit JTBD-Interviewkarten ermittelt werden können.

Matratzenkauf revisited

Beim gestrigen Growth Hacking MeetUp in Frankfurt ging es um Sneakers, die originell auf Instagram (Asphaltgold) dargestellt werden und tausende Follower haben und um online vertriebene Matratzen (Emma Matratze). Beide StartUps sind extrem erfolgreich. Beide StartUps stellen sich aber die Frage, wie es weitergehen soll, wie sie sich weiterentwickeln können, um weiter zu wachsen und wie sie ihre Kunden besser binden können. Getreu dem Motto „Back to the Roots“ ist es m. E. wichtig zu fragen, mit welchem „Job“ unsere Dienstleistung oder Produkt „beauftragt“ wird, d. h. welche Aufgabe will der Kunden erledigen, um einen Fortschritt im Leben zu machen. Will er einfach eine Matratze kaufen oder einfach nur gut schlafen oder ein Ort des Komforts im Heim schaffen oder alles zusammen? Keine leichte Antwort. Aber wenn man den Job herausgefunden hat, können strategische Entscheidungen leichter getroffen werden. Zeit also, den Matratzen-Interview-Klassiker, das Jobs-to-be-Done Mattress Interview von Bob Moesta, Chris Spiek, and Jason Fried, aus dem Schrank zu holen: Jobs-To-Be-Done-Radio Mattress Interview

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